Statement von Reinhard Löwenstein

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„Gesellschaftspolitische Strömungen sind sehr oft den Denkmustern genau der Strukturen verhaftet, die sie überwinden wollen. Das Konzept von “FAIR and GREEN” fokussiert die Veränderungspotentiale für nachhaltiges Wirtschaften in allen Bereichen des Weinbaus.”

So auch der Gegenpol zur Industrialisierung und Chemisierung der Landwirtschaft, die Ökobewegung. Selbst in ihren „esoterischen“ Varianten basiert sie wie die konventionelle Landwirtschaft auf einem linearen Denken, welches in einer Liste von erlaubten und verbotenen Mittel und Verfahrensweisen mündet. Viele der zugelassenen Produkte und Verfahren werden allerdings bei näherer Betrachtung dem erklärten Postulat von „nicht toxisch“ und „weder synthetisch hergestellt noch systemisch wirksam“ nicht gerecht. Die Kellerwirtschaft wird in den Richtlinien nur gestreift und der Bezug auf soziale Aspekte fehlt völlig, so dass auch dem Anspruch von Ganzheitlichkeit nicht entsprochen wird. Eine Fortentwicklung des ökologischen Weinbaus ist dringend geboten.

“FAIR and GREEN” geht es nicht um die reine Lehre, nicht um eine Welt in Schwarz-Weiß. Nicht der eine, richtige Weg wird gesucht, sondern möglichst viele Lösungen für komplexe Fragestellungen. Es ist der theoretische Ansatz, der heute alle gesellschaftliche Bereiche erreicht hat: Monokausales Denken wird durch einen systemischen Ansatz überwunden. Das Konzept von “FAIR and GREEN” fokussiert die Veränderungspotentiale für nachhaltiges Wirtschaften in allen Bereichen des Weinbaus. “FAIR and GREEN” basiert auf einer fortwährenden Diskussion über sinnvolle Kompromisse zwischen naturbedingten und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten und dem technisch Machbarem, zwischen Weltoffenheit und Heimatverbundenheit und zwischen unterschiedlichen sozialen, religiösen und ästhetischen Bedürfnissen.

Das Konzept ist transparent, flexibel und gibt den Winzern Jahr für Jahr wertvolle Impulse. Die jährliche Fortschreibung der Zertifikation ist an die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge gebunden. So leistet “FAIR and GREEN” einen wichtigen kontemporären Beitrag zur Zukunftssicherung des deutschen Weinbaus, zur Entwicklung einer nachhaltigen, ökologisch verantwortungsvollen Weinkultur.“

 

 

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